„Kündigt sich mit dem Relaunch von Facebook das Ende von Social Media an?“

Diese Frage stellt Eike Wenzel. Er stellt fest, dass Facebook statt Visionen nur Daten-Kalkül produziert. Zur Verwertung durch  konsumnahe Branchen. Dabei müsse Social Media zeigen, dass es gesellschaftlichen Reichtum produzieren kann. Er folgert aus seinen 5 Punkten:

„… SocialMedia haben diesen einen großen Webfehler: sie verführen dazu, dass was ich selbst sage, das, was meine Community sagt, schon gleich für die Erklärung der Welt zu halten. SocialMedia verhält sich gegenüber der gesellschaftlichen Realität tendenziell dann so wie der opportunistische Consulter, der merkt, dass sein Klient bereits eine Entscheidung getroffen hat, und er ihn jetzt einfach nur noch – bar einer besseren Idee – in seiner Haltung bestätigen muss. SocialMedia birgt nach wie vor die einzigartige Chance, herrschaftsfreie Kommunikation in Realzeit durchzusetzen, wenn es sein muss in Sekundenschnelle globale Kollaborationsprojekte zu starten, die Spezialisten aus dem hintersten Winkel dieser Welt zusammenführen. SocialMedia hat das Denken in Absatzmärkten beendet. Um globalen Herausforderungen wie Klimawandel, Ressourcenknappheit, entfesselten Finanzmärkten und postfossile Gesellschaft gerecht zu werden, können wir uns nicht mehr nur als Konsumenten entwerfen, wir müssen uns als kritische Ko-Produzenten in globaler Vernetzung neu entwerfen. Es kommt jetzt darauf an, die kollaborativen Wertschöpfungsideen im Geiste von SocialMedia weiterzuentwickeln. In dieser Perspektive haben die Marketing-Routiniers und die abgefallenen Evangelisten natürlich vollkommen Recht – da erweist sich Facebook als One-Trick-Pony und harmloses Zwischenspiel der Kommunikationsgeschichte des 21. Jahrhunderts.Alles Großartige ist einfach und klar, Facebook ist auf dem Weg in die kommerzielle Banalität.“

In diese Richtung gehen auch zunehmend die Gespräche mit meinen Kunden. Sie fragen sich, mit welchen Inhalten, welchen Diskussionen und Impulsen sie auf ihre Marke einzahlen oder abstrahlen sollen. Wenn es doch garnicht darum geht, auf Blogs, FB, Twitter, Gowalla oder Foren etc. nur Verkaufbares und möglichst authentische, möglichst ungewundene Marken- und Werbebotschaften abzusondern. Es geht offenbar viel mehr um Schaffung von Wert und Sinn. „Wie soll das denn verkaufen“ ist dann oft die Frage. Und die Frage ist gut. Sie kann auch lauten: „Wofür ist das alles gut für uns, für unsere Kunden, Partner, Stakeholder, Fans und Freunde?“ oder „Wofür ist das gut für die Gesellschaft, für alle?“

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