Wie man sein Audio-Logo formuliert und anwendet

Meine Beobachtung: In  der Situation einer Kurzvorstellung anderen zu vermitteln, was man tut und wofür man steht, das ist für die meisten Unternehmer trotz (wegen?) eingeschliffener Praxis meist lästige Pflichtübung. Es bleibt eine Herausforderung: Denn gerade in Zeiten des Wandels und zunehmend austauschbarer Produkt- und Dienstleisungsangebote ist ein klar vermitteltes Profil gefragt, basierend auf Persönlichkeit, Authentizität und Leidenschaft.

Die Zeit für eine Kurzvorstellung ist meist knapp, 20-30 Sekunden für den Erstkontakt, da sollte man schon auf den Punkt kommen. Hat der Zuhörer Zeit? Wo Kollegen im angelsächsischen Raum auch in einer Runde knackige „Elevator-Pitches“ oder „Elevator Speech“-Performances weit unter 60 Sekunden (souverän) abliefern, hört man hierzulande oft erschreckend Ungelenkes, Gewundenes und Gedrechseltes, das einen über lange Minuten in Beschlag nimmt.  Und was nimmt man im Hinterkopf für sich mit? Machen wir es anders: Dabei ist das Audio-Logo Know-How kein Geheimnis mehr. Mir wurde es einmal von hanseatischen Jungunternehmern aus gutem Hause in den 80ern vermittelt. Sie hatten es mit der Muttermilch aufgesogen haben. So geht es :

Sprechen Sie in der Kurzvorstellung in dieser Reihenfolge und im Plauderton:

1. Zielgruppenbeschreibung („Ich arbeite für Menschen/Firmen, Selbständige, die … , Handwerkbetriebe im Bereich … Auftraggeber im Bereich…, die…“)

2. Engpassbeschreibung („… diese suchen… oder diese wollen…,  diese brauchen…, um, … damit sie…“. Diesbeschreibt, wehalb man an Sie gerät.)

3. Das gefühlte Ergebnis Ihrer Arbeit aus Kundensicht („Wenn die mit mir arbeiten, dann… oder: Kunden, die mit mir arbeiten, die mich buchen, die haben…, sind, bekommen, können,  erhalten…“)

Halten Sie in die Reihenfolge ein, gerade bei Unterbrechungen. Das Wort „Ich“ kommt nicht vor (meist eine Wohltat), auch keine Nennung von Arbeits-Methoden und Ausbildungen oder Abschlüssen, keine fachbegrifflichen Verklausulierungen. Sehr wohl aber wird deutlich von “ Meinen Kunden“ gesprochen. (Der Zuhörer schaut dabei im Hinterkopf, ob er selbst oder andere in seinem Netzwerk passen könnten)

Der griffige Abschluss ist immer attraktiv und beschreibt ein mindestens kaufmännisch greifbares Ergebnis, das für den (Ihren) Kunden tatsächlich einen Unterschied macht. Dieser abschließende Satz ist für die Abrundung sehr wichtig. Für dieses attraktive Ergebnis werden Sie schließlich bezahlt, davon hört man gern. Für Skeptiker: Die Leidenschaft für Ihr Tun, ihre Persönlichkeit, kann sich in 20 Sekunden sehr wohl authentisch vermitteln. Bleiben wir auf dem Teppich: es geht um den Erstkontakt. Das Gespräch kann später fortgeführt, vertieft und das Profil im Austausch weiter abgerundet werden!

Wenn man nicht genau weiss, wen man vor sich hat, ist Ich bin CRM- und Social Media-Spezialist“ oder Ich bin Architekt, Hochbau“ nicht wirklich zielführend. Sagen Sie, für wen Sie arbeiten, welchen Engpass Sie beheben und was Sie schließlich bewirken, darum geht es.

Ein kurzes Audio Logo kann sich emotional im Bewusstsein des Zuhörers gut verankern. Insbesondere, bleibt es bei 20-30 Sekunden und im Plauderton gesprochen. Damit kann das Gegenüber gleich „gehen“ und Sie ggf. schon im Anschluss mit anderen Personen passgenau zusammenführen oder morgen den kurzen Gesprächsfaden telefonisch wieder aufnehmen. Ein Audio-Logo ist ein respektvoller Akt, eine Ankerung, eine Eröffnung zum „Tanz“, bei dem man schaut, ob es für einen selbst oder fürs Netzwerk passt.

Üben Sie Ihr Audio-Logo an der Bar, gehen Sie damit sprechend spazieren. Es dauert einige Tage, bis das Audio-Logo stimmig „sitzt“ und Stolpersteine weggeräumt sind, aber dann… Kunden beschreiben die neuen Reaktionen ihrer Zuhörer meist mit „Der guckte mich nickend an“, oder „ihr stand der Mund offen“. In 20 Sekunden souverän auf den Punkt hört sich eben doch verdammt gut an und trägt weiter.

Tipp aus Erfahrung mit meinen Kunden: Das Audio-Logo kann meist in dieser Verdichtung auch als Text in Social-Media-Profilen erscheinen. Das erste Mal in der Anwendung ist spannend. Tun Sie es auf keinen Fall vor engen Verwandten, Bekannten oder den Liebsten. Diese kommen mit der neuen, kurzen, direkten Art nicht klar, es fehlt die Distanz. Überraschen Sie sie nach einem halben Jahr. Ihnen werden die Münder offen stehen. Und sie werden mit diesen klaren Informationen für Sie gehen, Sie gut empfehlen.

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